Kulturerbe als Chance

Kulturerbe als Chance

HerO macht historische Stadtlandschaften wettbewerbsfähig

Europa hat mehr als fünfzigtausend historische Altstädte verschiedenster Größe. Jede von ihnen ist einzigartig und doch stehen sie vor denselben Herausforderungen. Wie lassen sich der Schutz baukulturellen Erbes und moderner Zeitgeist verbinden? Können historische Städte im globalen wirtschaftlichen Wettbewerb standhalten? Welche Lösungen gibt es für die Auswirkungen des demografischen Wandels?

Diesen und weiteren Fragen widmet sich derzeit das europäische Städtenetzwerk HerO – Heritage as Opportunity. Der Fokus liegt dabei auf der Visuellen Integrität historischer Stadtlandschaften und der Multifunktionalität von Altstädten. Zum Netzwerk HerO gehören Graz, Liverpool, Lublin (Polen), Neapel, Poitiers (Frankreich), Regensburg, Schäßburg (Rumänien), Valletta und Wilna (Litauen).

HerO fördert und begleitet die Entwicklung lokaler Maßnahmen, die der Erhaltung und dem Schutz von baukulturellem Erbe und urbaner Strukturen dienen. Besondere Bedeutung hat der intensive Austausch der Städte mit ihren Stadtplanern und Denkmalschutzbehörden, den Verwaltungen und politisch Verantwortlichen. HerO unterstützt die Städte im langwierigen und politischen Prozess der Abstimmung mit allen Interessensgruppen. Die Bedürfnisse der Einwohner aller Generationen sollen ebenso Berücksichtigung finden, wie die Wünsche der Gewerbetreibenden. Durch den partizipativen Ansatz schafft HerO eine breite Basis für gemeinsame Ziele. Innerhalb von drei Jahren entwickeln die Städte lokale Aktionspläne, die sich an ihren individuellen Gegebenheiten und Ansprüchen orientieren.

Das Städtenetzwerk HerO strebt die Balance zwischen dem Erhalt des baukulturellen Erbes für Attraktivität und Lebensqualität auf der einen Seite und der nachhaltigen sozio-ökonomischen Entwicklung und damit der Sicherung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von historischen Stadtlandschaften auf der anderen Seite an. Kulturelles Erbe hat enormes Potenzial, das zunehmend für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aktivitäten kapitalisiert werden soll. Kulturerbe muss als Chance begriffen werden. Der Erhalt von historischen Stadtlandschaften ist nicht mehr länger als reiner Kostenfaktor, sondern als Investition in die Zukunft und eine globale Wettbewerbsfähigkeit zu sehen.

Europäischer Austausch

Im Projektverlauf von HerO entstand bei sieben Projekttreffen und darüber hinaus ein umfangreicher Dialog zum bauhistorischen Erbe Europas. Daraus resultierend wird ein praxisorientierter Leitfaden zur Erarbeitung von nachhaltigen Managementstrategien für historische Stadtlandschaften herausgegeben. Es beruht auf den Erfahrungen des gesamten Städtenetzwerkes und kann als zeitgemäßes und flexibles Modell für historische Stadtlandschaften dienen. Unterstützt durch externe Experten wird ein europaweit einsetzbarer Ansatz für Stadtentwicklungskonzepte entwickelt, der die örtlichen Gegebenheiten ausdrücklich mit einschließt.

Der Gewinn durch HerO liegt im Austausch zwischen den Netzwerkstädten und ihrer Teilnehmer begründet. Die Plattform war Ideenbörse, fachlicher Berater und Kreativworkshop in einem. HerO setzte wichtige Impulse für die individuelle Entfaltung der Städte. Sie teilen die Erkenntnis, dass historische Stadtlandschaften mehr sind als verpflichtendes Kulturerbe, sondern zu einem wesentlichen Antrieb für die lokale und regionale Ökonomie werden können. HerO hat durch erfolgreiche Aktionen vor Ort die Wahrnehmung jeder einzelnen Netzwerkstadt gestärkt. Durch seinen strukturellen Ansatz erleichtert HerO perspektivisch den Zugang zu Fördermitteln. Der aktive Dialog zwischen den Fach- und Managementebenen gestaltet den Mitteleinsatz äußerst effektiv. Projekte wie HerO stellen die lokale Zukunft in den Fokus, die weit über die eigentliche Projektdauer hinaus anhält.

Koordination und Förderung von HerO

HerO wird im Rahmen des Programms URBACT mit 650.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE-Programm) gefördert. Durch die EU-Initiative „Regionen für den wirtschaftlichen Wandel“ als Modellprojekt ausgezeichnet, wird das HerO-Netzwerk von der Europäischen Kommission intensiv begleitet. Die mit historischem Erbe vertraute UNESCO-Stadt Regensburg koordiniert das Netzwerk seit 2008.

Allgemein stehen darüber hinaus aus dem EFRE im Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ EU-Mittel in Höhe von insgesamt 576 Mio. Euro für das Programm Bayern 2007 – 2013 zur Verfügung. Damit werden zwei strategische Ziele verfolgt: erstens die Förderung der Schaffung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen und zweitens die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, des nachhaltigen Wachstums und der Beschäftigung, vorrangig in den Grenzland- und überwiegend strukturschwachen Regionen. In Regensburg wurden damit beispielsweise der barrierefreie Zugang zur Touristeninformation und das Projekt „Document Schnupftabakfabrik“ gefördert und so einzigartige historische Ensemble für die Regensburger und ihre Gäste erlebbar gemacht.

Abschlusskonferenz

In Konferenzen und Workshops fand ein europäischer Wissenstransfer zwischen den Experten der HerO-Partnerstädte statt. Durch einen intensiven Austausch lassen sich die Qualität und Nachhaltigkeit der Erhaltungsbestrebungen historischer Stadtlandschaften weiter steigern. Übertragbare integrierte Stadtentwicklungskonzepte finden eine stärkere Ausweitung in Europa und erleichtern perspektivisch der Zugang zu Fördermitteln. Die Teilnehmer des Projektes HerO präsentieren auf der Abschlusskonferenz am 13. und 14. April 2011 in Regensburg final die Ergebnisse ihrer dreijährigen Arbeit.

Weitere Informationen: www.urbact.eu/hero

 

Diesen Beitrag schrieb Eva Queißer-Drost für die Publikation der SRL

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