FINGER-Studie: Fit im Alter

Fit im Alter: Mit Bewegung und gesunder Ernährung Demenz vorbeugen (h1)

Sie möchten alt wie ein Baum werden und dabei geistig top-fit bleiben? Das wünschen sich viele Menschen. Im Ruhestand dürfen Sie Ihr Leben aktiv genießen. Sehen Sie Ihre Enkel aufwachsen, unternehmen Sie kleine Ausflüge und treffen Sie sich im Senioren-Café zum Kartenspielen.

Was aber, wenn das Gedächtnis langsam schwindet? In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz, rund 1 Million von ihnen an der Alzheimer-Erkrankung. Zwei Drittel der Betroffenen sind über 80. Jahre. Mit steigender Lebenserwartung wird die Zahl der Demenzkranken weiter ansteigen. Eine Demenzerkrankung führt zu Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Durch die Erkrankung sterben im Gehirn stetig Nervenzellen ab. Bei fortschreitendem Krankheitsverlauf sind Patienten zunehmend auf Unterstützung angewiesen. Eine Heilung von Demenzerkrankungen gibt es derzeit nicht. Medikamente, so genannte Antidementiva, können die Beschwerden etwas hinauszögern.

Ein heller Lichtblick am Demenz-Horizont ist eine skandinavische Studie. Denn sie zeigt, dass Sie selbst etwas tun können, um die Wahrscheinlichkeit einer Demenz zu verringern. Die Wissenschaftler setzen gezielt auf gesunde Lebensweise. Ihr Behandlungsprogramm setzt sich zusammen aus einer Kombination von gesunder Ernährung, Bewegung und Gedächtnistraining. Sie liefern den Beweis, dass man mit einfachen Maßnahmen einer Demenz vorbeugen und sogar eine bestehende Demenzerkrankung verbessern kann. Halten Sie also Ihr Gehirn und Ihren Körper fit!

Die Forscher aus Finnland und Schweden haben in ihrer FINGER-Studie (Finnish Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability) über einen Zeitraum von zwei Jahren ältere Menschen mit einem erhöhten Demenzrisiko begleitet. Die Erkenntnisse sind vielversprechend, denn die Wissenschaftler können erstmalig beweisen, dass Demenzprozesse verlangsamt werden können.

Eine Demenz ist eine komplexe Erkrankung mit unterschiedlichen Ursachen. In der Medizin sind die Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung inzwischen bekannt. Das Forscherteam knüpfte genau hier an. Das Behandlungsprogramm im Rahmen der Studie richtete sich gezielt auf die Risikofaktoren. Sie beobachteten unter anderem den Blutdruck der Studienteilnehmer, ihr Körpergewicht und ihren Blutzuckerspiegel. Ihre Maßnahmen bezogen gesunde Ernährung, Bewegung und Gehirnjogging mit ein. Diese vielschichtige Herangehensweise ist neu. Denn sie berücksichtigt mehrere Faktoren. Bisherige Studien bezogen nur einzelne Einflussfaktoren ein. Durch diesen multimodalen Ansatz gelang es den Forschern, die geistige Leistungsfähigkeit von Probanden spürbar zu verbessern bzw. das Risiko für eine Demenz zu reduzieren.

Eine gesunde Lebensweise kann also nachweislich dem Gedächtnisschwund im Alter entgegenwirken. Die Kombination von körperlicher Aktivität und ausgewogene Ernährung erhalten die mentale Gesundheit und kann geistige Leistungsfähigkeit sogar steigern. Schon mit einfachen Übungen und einer bewussten Lebensweise kann jeder mit geringem Aufwand einer Demenz vorbeugen.

FINGER-Studie zu Demenzerkrankungen (h2)

Die FINGER-Studie ist eine der bisher größten Untersuchungen zur Prävention von Demenzerkrankungen. Insgesamt nahmen 1.260 finnische Frauen und Männer zwischen 60 und 77 Jahren daran teil. Die Voraussetzung für eine Teilnahme an der Studie waren ein erhöhtes Demenzrisiko. Außerdem durften ihre Leistungen in einem Kognitionstest (Test verschiedener Gehirnfunktionen, wie Orientierung, Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeit, Sprache und andere) höchstens durchschnittlich oder leicht unterdurchschnittlich sein. Die Auswahl der Teilnehmer sollte die tatsächliche Verteilung der Risikogruppe in der älteren Bevölkerung widerspiegeln. Der Frauenanteil bei den Studienteilnehmern lag bei 45 Prozent.

Für die Studie wurden die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Interventionsgruppe wurde mit einem vierteiligen Behandlungsmodell betreut, erhielt also ein echtes Maßnahmenprogramm. Die Kontrollgruppe erhielt zum Auftakt lediglich eine Schulung zu gesunder Lebensweise und zu möglichen Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung. Alle Teilnehmer wurden regelmäßig befragt und untersucht, die Interventionsgruppe jedoch etwas häufiger. Zu Beginn und nach Ablauf der Studienzeit von zwei Jahren wurde die geistige Leistungsfähigkeit der Probanden getestet. Dazu wurden neuropsychologische Test durchgeführt, bei denen verschiedene Gehirn- und Gedächtnisfunktionen gemessen wurden.

Behandlungsmodell während der FINGER-Studie (h2)

Die Teilnehmer der Interventionsgruppe erhielten über den gesamten Studienzeitraum ein vierteiliges Behandlungsprogramm. Diese Maßnahmen richteten sich auf die wichtigsten Risikofaktoren zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen und teilten sich in vier Module. So erhielten die Probanden eine umfassende Ernährungsberatung mit persönlichen Tipps zur gesunden Ernährung. Für jeden wurde ein passendes, altersgerechtes Fitnessprogramm für die Woche zusammengestellt, das aus einem leichten Krafttraining und einem Ausdauertraining bestand. Unter Anleitung eines Psychologen wurde regelmäßig ein Gedächtnistraining durchgeführt, das mit täglichen Übungen ergänzt wurde. Das Behandlungsmodell während der FINGER-Studie umfasste:

  1. Ernährungsberatung (h3)

Die Teilnehmer erhielten zu Studienbeginn eine umfassende Ernährungsberatung. Die Schulung erfolgte in drei Einzelsitzungen und wurde in sieben bis neun Gruppensitzungen vertieft. Die Empfehlungen der Ernährungsberatung zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen sind mit denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vergleichbar: Der Speiseplan sollte reich an Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sein. Fettarme Milch- und Fleischprodukte sollten bevorzugt werden. Die Teilnehmer sollten mindestens zwei Portionen Fisch pro Woche essen. Dieser durfte gern etwas fetter sein, wegen der Omega-3-Fettsäuren. Statt Butter sollte Pflanzenmargarine, Olivenöl oder Rapsöl verwendet werden. Auf Zucker sollten die Probanden möglichst weitgehend verzichten und auch wenig Salz zu sich nehmen. Im Ernährungsplan war die tägliche Kalorienzufuhr genau vorgeschrieben: 10 bis 20 Prozent der Kalorien sollte aus Proteinen kommen, 25 bis 35 Prozent aus Fett und 45 bis 55 Prozent aus Kohlenhydraten.

Der persönliche Ernährungsplan wurde entsprechend der individuellen Risikofaktoren (siehe Punkt 4) regelmäßig angepasst.

  1. Fitnessprogramm (h3)

Fitness für Senioren? Natürlich altersgerecht! Selbst ein Krafttraining ist für ältere Menschen machbar. Zur Verbesserung der körperlichen Vitalität wurde für die Teilnehmer ein individuelles Muskeltraining erarbeitet, das sie ein- bis dreimal pro Woche absolvieren sollten. Hinzu kam an zwei bis fünf Tagen ein Ausdauertraining, wie Aerobic, Nordic Walking, Aqua Jogging, Jogging oder Gymnastik. Auch Übungen zur richtigen Körperhaltung wurden den Probanden der Interventionsgruppe gezeigt.

  1. Gehirnjogging als kognitives Training (h3)

Gehirnjogging regt die „grauen Zellen“ an. Das kognitive Training, also Übungen zur geistigen Fitness, wurde unter Anleitung eines Psychologen durchgeführt. Dazu trafen sich die Probanden der Interventionsgruppe im Verlauf der Studie zu zehn Gruppensitzungen. Ergänzend dazu trainierten sie dreimal pro Woche für zehn bis 15 Minuten mit einem extra für die FINGER-Studie entwickelten Computerprogramm ihre geistige Leistungsfähigkeit. Am PC wurden insbesondere Gehirnfunktionen trainiert, die ihre Handlungsfähigkeit stärken sollten.

  1. Überwachung der Demenz-Risikofaktoren (h3)

Die Teilnehmer beider Gruppen wurden in unterschiedlichen Abständen von Studienassistenten befragt und ärztlich untersucht. Von großem Interesse waren dabei die Risikofaktoren für Demenzerkrankungen. So wurde unter anderem der Blutdruck, der Blutzucker, das Körpergewicht und der Body-Mass-Index beobachtet. (Der BMI bewertet das Körpergewicht eines Menschen im Verhältnis zu seiner Körpergröße.)

Die Kontrolluntersuchungen gaben den Studienärzten wertvolle Hinweise auf das persönliche Demenz-Risiko. Mit den Teilnehmern wurden die Messergebnisse und Laborbefunde genau besprochen. Es wurde ausführlich erläutert, welche Bedeutung sie für das Demenzrisiko haben. Probanden mit Störungen im Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus / Zuckerkrankheit), Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin), Übergewicht oder Bluthochdruck wurden von ihrem Hausarzt behandelt. Durch die intensive Betreuung konnten die Senioren über zwei Jahre einen gesünderen Lebensstil entwickeln, um eine Demenz aktiv zu beeinflussen.

Viele der Maßnahmen können auch von Ihnen in den Alltag übernommen werden. Hier finden Sie eine Broschüre mit praktischen Anleitungen und einem Wochenplan zur Demenzprävention. Nutzen Sie die wissenschaftlichen Erkenntnisse für Ihre mentale Gesundheit im Alter.

Überraschendes Ergebnis der Studie (h2)

Das Ergebnis der FINGER-Studie stimmt optimistisch. Denn sie liefert den Beweis, dass mit einem kombinierten Behandlungsprogramm der Abbau geistiger Fähigkeiten verhindert oder verlangsamt werden kann. Der Maßnahmen-Mix aus gesunder Ernährung, Bewegung, Gedächtnistraining und Überwachung der Risikofaktoren zeigte seine Wirkung.

Für die wissenschaftliche Auswertung wurden nach Ablauf der zweijährigen Studienzeit neuropsychologische Tests bei den Probanden beider Gruppen durchgeführt. Die gemessenen Gehirn- und Gedächtnisfunktionen wurden ausgewertet und miteinander verglichen.

Das Ergebnis ist überraschend: In beiden Gruppen verbesserte sich die geistige Leistungsfähigkeit der Teilnehmer! Die Studienautoren vermuten, dass bereits die einleitende Ernährungsberatung sowie die regelmäßigen Untersuchungen und Gespräche über die individuellen Risikofaktoren eine Veränderung der Lebensweise herbeigefügt haben. Zur Motivation der Senioren haben sicherlich die wiederkehrenden Termine zur Beratung und Betreuung beigetragen, aber auch die sozialen Kontakte in den Gruppensitzungen. Die Probanden haben sich trotz ihres Alters bewusst mit ihren Ess- und Lebensgewohnheiten auseinandergesetzt. Sie konnten ihre Erkenntnisse in die Tat umsetzen und folgten einem gesünderen Lebensstil.

Das bedeutsamere Ergebnis der Studie ist jedoch, dass die Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit in der Interventionsgruppe um 25 Prozent mehr zunahm, als in der Kontrollgruppe. Die Teilnehmer konnten innerhalb der zwei Jahre ihre Reaktionsgeschwindigkeit deutlich erhöhen. Auch ihre Aufmerksamkeit war besser als zuvor. In den neuropsychologischen Tests erzielten sie deutlich bessere Ergebnisse, als vor der Behandlung und Begleitung im Rahmen der Studie.

Die skandinavische Studie konnte damit den Nachweis erbringen, dass eine gesunde Lebensweise und das Wissen um Risikofaktoren selbst bei älteren Menschen den Verlauf von Demenzerkrankungen beeinflussen kann. Erstmalig ist es Wissenschaftlern gelungen, Effekte in einem frühen Demenzstadium nachzuweisen. Bei einer längeren Laufzeit dürften die Erfolge noch umfassender sein.

Welchen Nutzen kann der Einzelne aus den Ergebnissen ziehen? (h2)

Es ist nie zu spät, seinen Lebensstil zu verändern. Der Zusammenhang zwischen einem geistigen Verfall im Alter und gesunder Lebensführung wird in dieser Studie sehr deutlich. Wer über die Risikofaktoren für Demenz Bescheid weiß und den Lebenswandel darauf abstimmt, kann nachweislich einen Gedächtnisverlust verhindert oder verlangsamen. Der Aufwand für eine gesunde Ernährung, geistige Fitness und regelmäßige Bewegung ist überschaubar und lohnt sich auch für Sie!

Folgen Sie einfach den Empfehlungen der Studie! Die Erkenntnisse lassen sich auch in Ihren Alltag integrieren: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und vermeiden Sie Über- aber auch Untergewicht. Machen Sie regelmäßig einige Übungen zum Muskelerhalt und zur Ausdauer. Halten Sie Ihre grauen Zellen aktiv und fordern Sie Ihr Gehirn. Und behalten Sie die Risikofaktoren im Blick. Sprechen Sie darüber mit ihrem Hausarzt.

Einer Demenz können Sie aktiv vorbeugen bzw. das Fortschreiten verlangsamen. Das gelingt mit einem ganzheitlichen Ansatz, wie ihn die FINGER-Studie beschreibt. Die Gesundheitsmaßnahmen und Empfehlungen der Studie sind nicht neu, aber die Wirksamkeit gegen Demenz konnte nun wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Praktische Übungen für den Alltag (h3)

Aus der FINGER-Studie ergeben sich ganz praktische Maßnahmen zur Prävention von Demenzerkrankungen. Sie wurden in der Interventionsgruppe der Studie erfolgreich getestet und lassen sich auch in Ihren Alltag einbinden. Das Maßnahmenprogramm kann von Jung und Alt eigenständig umgesetzt werden. Beherzigen Sie die Behandlungsansätze der Studie:

  1. Essen Sie gesund

  • viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte
  • ausreichend Trinken
  • Fettarme Milch- und Fleischprodukte
  • zwei Mal wöchentlich Fisch (Omega-3-Fettsäuren)
  • Pflanzenmargarine, Olivenöl oder Rapsöl statt Butter
  • Wenig Zucker und Salz
  • Kalorienzufuhr: 10 bis 20 % aus Proteinen, 25 bis 35 % aus Fett, 45 bis 55 % aus Kohlenhydraten

Tipps zur Ernährungsumstellung finden Sie hier: https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

  1. Bewegen Sie sich regelmäßig

  • 1 bis 3 Mal pro Woche Muskeltraining
  • 2 bis 5 Mal pro Woche Ausdauertraining (Gymnastik, Nordic Walking, Spaziergänge, Schwimmen)

Ihr Trainingsprogramm stimmen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt ab.

  1. Trainieren Sie Ihr Gedächtnis

  • täglich Kreuzworträtsel, Sudoku, Schachspielen, Bücher, Hörbücher usw.
  • Soziale Kontakte (Freunde, Familie, Verein)
  1. Behalten Sie Ihre Risikofaktoren im Blick

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin)
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Regelmäßige Arztbesuche

Sie möchten mehr wissen? Hier finden Sie eine Broschüre mit einem Behandlungsprogramm zur Demenz-Prävention für zu Hause. Das E-Book enthält einen Wochenplan mit Ernährungstipps sowie Übungsanleitungen zur geistigen und körperlichen Fitness.

Demenz lässt sich aufhalten. Schon mit einfachen Maßnahmen sorgen Sie aktiv für Ihre geistige Vitalität im Alter. Der ganzheitliche Ansatz umfasst die vier Bereiche: Ernährung, Bewegung, Gedächtnistraining, Risikofaktoren. Je früher Sie beginnen, umso größer ist Ihr gesundheitlicher Nutzen.

 

Agentur Queißer-PR

Inhaberin Eva Queißer-Drost
PR-Beraterin, Business Coach
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